Biografie



Lisa Fissneider wurde am 1. Oktober 1994 in Bozen (Südtirol) geboren. Zuhause ist sie in Kaltern am See, ca. 15 km von Bozen entfernt. Ihre Spezialität ist das Brustschwimmen.

Schwester Evelyn mit Lisa im Oktober 2004

Schwester Evelyn (* 1997) mit
Lisa im Oktober 2004

Im Alter von fünf Jahren absolvierte sie den ersten Schwimmkurs am heimischen See und beginnt im Jahre 2000 ihre ersten Wettkampferfahrungen beim SSV Bozen. Bei diesem Verein blieb sie insgesamt fünf Jahre und findet definitiv die Freude am Schwimmen.

Im Jahre 2005 wechselt Lisa zum SC Meran. Unter der Obhut von Trainer Volker Müller macht sie vor allem auf der Brustlage enorme Fortschritte. 2007nimmt sie erstmals an den nationalen Jugend-wettkämpfen teil, zwei Jahre später gewinnt sie mit dem dritten Platz erstmals eine Medaille.

Lisa mit Volker Müller dem Trainer des SC Meran

Lisa mit Volker Müller dem Trainer des SC Meran

Im September 2009 erfolgt der Wechsel zum heutigen Verein „Bolzano Nuoto“, wo sie von Dario Taraboi – der auch Laura Letrari betreut – trainiert wird. Durch die Nähe zum Wohnort und der Schule kann die Trainingsintensität von drei bis vier Trainingseinheiten in der Woche auf fünf Trainingseinheiten gesteigert werden. Dieser Umstand wirkt sich bereits 2 Monate später positiv auf die Leistungen aus. Im Rahmen der nationalen Meisterschaften der allgemeinen Kategorie gewinnt Lisa zur Überraschung aller die 50 und 100 m Brust und qualifiziert sich zugleich für die Kurzbahn-Europameisterschaft in Istanbul wo sie erstmals internationale Erfahrung sammelt.

Dass nicht immer alles planmäßig abläuft hat Lisa in ihrer noch jungen Karriere bereits erlebt. Während des Turnunterrichts am 15. Jänner 2010reißt der Meniskus. Nach verschiedenen Therapieversuchen muss sie sich einer Knieoperation unterziehen. Dadurch kann sie erst Mitte März das Training wieder aufnehmen. Trotz dieses Rückschlags qualifiziert sie sich für die Jugendeuropameisterschaften in Helsinki und gewinnt dort Gold über 50m und Silber über 100 m Brust.

Lisa, Laura Letrari, Federica Pellegrini, Elena Gemo bei der Siegerehrung in Eindhoven

Lisa, Laura Letrari, Federica Pellegrini, Elena Gemo bei der Siegerehrung in Eindhoven (2010)

Das Jahr endet mit einem weiteren Höhepunkt. In der 4 x 50 m Lagenstaffel gewinnt sie zusammen mit Laura Letrari, Elena Gemo e Federica Pellegrini die Bronzemedaille.

Das Jahr 2011beginnt vielversprechend. Nach 3 Golden über 50, 100 e 200 m Brust und dem dritten Platz in der Lagenstaffel zusammen mit den Vereinskolleginnen Sandra Gufler, Arianna Letrarie und Martina Jole bei den Jugenditalienmeisterschaften, qualifiziert sich Lisa für die Jugendweltmeisterschaften in Lima. Dort gewinnt sie als einzige des nationalen Teams 2 Golde über 50 und 100 m Brust und beendet die Meisterschaften mit einem zweiten Platz über 200 m Brust. Niemals zuvor war jemand bei den Jugendweltmeisterschaften die 100 m Brust schneller als 1.07.71 geschwommen. Zwei Wochen vor diesem Großereignis gewinnt Lisa erstmals in ihrer Karriere bei den allgemeinen nationalen Meisterschaften auf der Kurzbahn alle 3 Brustdistanzen.

Lisa mit Trainer Dario Taraboi in Lima (2011)

Lisa mit Trainer Dario Taraboi in Lima (2011)

Das Jahr endet mit einem erfolgreichen Abschneiden bei den Kurzbahn Europameisterschaften in Stettin (Polen). Über 50 m Brust erreicht sie in neuer persönlicher Bestzeit und nationalem Record nach der „Gummiära“ den 6. Gesamtrang. Über 100 m läuft es nicht ganz so gut, nachdem sie eine hartnäckige Nebenhöhlenentzündung plagt. Immerhin reicht die Kraft noch für einen 10. Platz im Finale. An eine Teilnahme bei den nationalen Titelkämpfen in Riccione eine Woche später, ist nicht mehr zu denken. Eine Komplikation in der Behandlung der Sinusitis bremst Lisa für insgesamt 4 Wochen.

2012 steht ganz im Zeichen der Olypiaqualifikation. Lisa gewinnt alle 3 Titel auf der Bruststrecke bei den Jugenditalienmeisterschaften auf der Kurzbahn und 3 Mal Silber bei den Italienmeisterschaften der allgemeinen Klasse auf der Langbahn, doch die Teilnahme an den olypischen Spielen in Londen bleibt ein Traum. Die Enttäuschung ist anfangs groß, doch wie heißt es …”aus Niederlagen lernt man”. Lisa hat die Sommermonate benutzt, um sich neu zu motivieren und klare Vorstellungen entwickelt, wie sie sich in Zukunft dem Schwimmen widmen wird. Von dieser Einstellung überzeugt ist auch der nationale Schwimmverband, der ihr seit 1. Oktober – zusammen mit einigen wenigen anderen Nachwuchsathleten – ein professionelles Trainingsumfeld am Olympiastützpunkt Verona bietet. Unter der Leitung des ungarischen Trainers Tamas Gyertyanffy und in der WG mit Alessia Polieri und Carlotta Zofkova beginnt ein neuer sportlicher Lebensabschnitt für die mittlerweile 18-jährige Athletin.

Ein schwerwiegender Sturz mit dem Fahrrad führt am 19. November zu einem komplizierten Bruch des linken Ellebogens und zwingt Lisa zu einer mehrwöchigen Trainingspause. Dank einer gelungenen Operation und Reha kann Lisa im Rekordtempo wieder ins Wassen steigen und sich anschließend konsequent auf die nationalen Frühjahrsmeisterschaften 2013in Riccione vorbereiten, wo sie mit einem Sieg und persönliche Bestzeit über 50 m Brust sowie zwei zweite Plätze über 100 und 200 m Brust ein beeindruckendes Comeback feiert. Auf den beiden längeren Strecken fehlen ihr jeweils nur eine Hundertstel zum Sieg. Über 50 m Brust verfehlt sie die direkte Qualifikation für die WM in Barcellona ebenfalls nur hauchdünn.

Il team di Verona. Da sinistra: coach Tamas Gyertyanffy, Alessia Polieri, Lisa e Carlotta Zofkova

Das Team in Verona. Trainer Tamas Gyertyanffy, Alessia Polieri, Lisa und Carlotta Zofkova

Trotzdem wird Lisa zur WM eingeladen, wo sie allerdings keine Finalteilnahme erreicht und die Lagenstaffel mit möglichem neuem italienischem Rekord disqualifiziert wird. Die Saison endet mit einer Gold- und Silbermedaille über 50 (mit persönlicher Bestzeit) und 100 m Brust bei den nationalen Meisterschaften in Rom.

Im November 2013 wird Lisa in die Heeressportgruppe der Finanzwache (Fiamme Gialle) aufgenommen und startet fortan sowohl für die Fiamme Gialle also auch den zivilen Verein Bolzano Nuoto.

Im Dezember 2013 erfolgt die Teilnahme an der Kurzbahn-EM in Herning (Dänemark), wo sie nationale Rekorde über 50 und 100 m Brust aufstellt und sich über alle Distanzen für das Finale qualifiziert. Eine weitere Disqualifikation der Lagenstaffel im Vorlauf verhindert die Teilnahme am Finale und den möglichen Gewinn einer Medaille. Im Anschluss an die EM folgen die nationalen Meisterschaften auf der Langbahn in Riccione, wo sie 3 Mal Gold und 1 Mal Silber gewinnt und wesentlichen Anteil am neuen nationalen Rekord der 4×100 m Lagenstaffel der Finanzwache hat. Den Jahresabschluss fixierte schließlich die regionale Mannschaftsmeisterschaft „Coppa Brema, an der Lisa für die Bolzano Nuoto gleich 4 Mal an den Start geht und ihren Anteil am Gewinn und die Qualifikation zur A2-Meisterschaft leistet.

Im Jahre 2014 debütiert Lisa bei den nationalen Frühjahrsmeisterschaften in Riccione auf der Langbahn, wo sie über 50 m Brust in 31,09 siegreich ist und direkt das Ticket für die EM in Berlin löst. Zum nationalen Rekord fehlt ihr einmal mehr die famose 1 Hundertstel Sekunde. Mit den Mannschaftskolleginnen der Fiamme Gialle (Alice Mizzau, Alessia Polieri e Arianna Barbieri) gewinnt sie erneut die Lagenstaffel mit neuem italienischen Rekord in 4‘04’01.

Die Saison wird aber vom „Pfeifferschen Drüsenfieber“ negativ beeinflusst, das sie sogar zur völligen Ruhe über mehrere Wochen zwingt. Trotz Schwäche und fehlender Form beteiligt sie sich an den nationalen Meisterschaften Anfang August in Rom und erzielt auch nicht die gewohnten Leistungen. Trotz alledem und in Abstimmung mit der Verbandsleitung nimmt Lisa an der EM in Berlin teil, wo sie aufgrund körperlicher Schwäche lediglich über 50 m Brust an den Start geht und aufgrund eines unrechtmäßig angebrachten Pflasters im Vorlauf disqualifiziert wird.

Lisa mit Trainer Admir Kajo Kajevic (2015)

Lisa mit Trainer Admir Kajo Kajevic (2015)

Damit endet eine zum Ende hin leider nicht zufriedenstellende Saison. Über die Sommermonate analysiert Lisa ihre Situation und kommt zum Entschluss Verona als Trainingsstandort aufzugeben und wieder nach Hause zurückzukehren, sofern sie weiterhin ein individuelles Training unter kompetenter Aufsicht absolvieren kann. Diese Möglichkeit bietet ihr Admir Kajo Kajevic, bereits Assistenztrainer des erfolgreichen amerikanischen Trainers Dave Marsh, im Dienste des SSV Bozen. Dies ist auch der Grund, weshalb Lisa Ende Oktober nach 5 Jahren Tesserierung für den Verein Bolzano Nuoto zum SSV Bozen, ihren Ursprungsverein, wechselt.